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Gastronomie

Kind raus, Hund rein: Was die Deutschen wirklich im Restaurant wollen

Kind raus, Hund rein: Was die Deutschen wirklich im Restaurant wollen

Ein Abendessen ohne quengelnde Kinder am Nachbartisch, dafür mit dem eigenen Hund unter dem Stuhl: das klingt für so manchen Deutschen nach der perfekten Restaurant-Erfahrung. Eine aktuelle Umfrage von Lightspeed zeigt: kinderfreie Restaurants und Restaurants mit Hund treffen den Nerv der Zeit. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich? Beim genaueren Hinsehen gibt es jedoch ein klares Bild davon, wie sich Gäste heute Atmosphäre in der Gastronomie wünschen.

Für Gastronomen steckt in diesen Zahlen eine wichtige strategische Botschaft: Wer bewusst entscheidet, welche Zielgruppe er anspricht, kann sich stärker am Markt positionieren. In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber:

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Adult Only Restaurant: Mehrheit der Deutschen ist dafür

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 61 Prozent der Befragten befürworten das Adult Only Restaurant-Konzept. Gemeint sind Lokale, die sich bewusst an ein erwachsenes Publikum richten, ohne Kinder. Nur 38 Prozent lehnen die Idee ab.

Besonders auffällig ist der Generationenunterschied. Fast drei Viertel der Generation Z (18 bis 28 Jahre) sprechen sich für kinderfreie Gastronomie aus. Bei den Babyboomern sind es mit rund 45 Prozent deutlich weniger. Der Wunsch nach ruhiger, kuratierter Atmosphäre scheint also vor allem bei jüngeren Gästen zu wachsen.

Auch regional gibt es spürbare Unterschiede: In Hamburg stimmen rund 76 Prozent der Befragten Adults-only-Konzepten zu, dicht gefolgt von Berlin und Bremen mit je etwa 70 Prozent. In Brandenburg ist die Zustimmung mit rund 57 Prozent am niedrigsten, wenngleich auch dort eine Mehrheit dafür ist.

Wann Kinder im Restaurant als störend empfunden werden

Wichtig ist dabei: Die Zustimmung für Konzepte, die keine Kinder im Restaurant vorsehen, hängt stark vom Kontext ab. Als besonders angebracht gilt ein Adults-only-Angebot laut Umfrage:

  • ab einer bestimmten Uhrzeit, etwa ab 20 oder 21 Uhr (rund 42 Prozent)
  • in romantischen Restaurants oder Lokalen mit entsprechendem Marketing (rund 37 Prozent)
  • bei Wine-Pairing-Dinners (etwa 28 Prozent)
  • in Restaurants mit klarem Fokus auf Alkohol (etwa 27 Prozent)
  • wenn das Restaurantkonzept eindeutig als „nur für Erwachsene“ kommuniziert wird (etwa 28 Prozent)

Das Takeaway für Gastronomen: Klare Kommunikation ist entscheidend. Ein Adults-only-Abend, der rechtzeitig angekündigt wird, kommt bei den Gästen deutlich besser an als eine unausgesprochene Erwartungshaltung.

Restaurant mit Hund: Der Vierbeiner ist gern gesehen

Während der Nachwuchs am Nebentisch anscheinend zunehmend kritisch beäugt wird, erlebt der Hund gerade eine Welle der Sympathie. 56 Prozent der Deutschen befürworten Haustiere im Restaurant. Die Mehrheit denkt dabei zwar an den Außenbereich, doch immerhin 28 Prozent würden ihren Hund auch gern mit ins Innere nehmen.

Der Gang zum Restaurant mit Hund ist damit längst kein Nischenkonzept mehr, sondern ein Thema, das Gastronomen ernst nehmen sollten. Auch hier zieht sich die Zustimmung durch alle Generationen: Gen Z liegt mit 60 Prozent vorn, doch selbst bei den Babyboomern befürworten noch etwa 51 Prozent Hunde im Restaurant.

Regional zeigt sich Sachsen als besonders hundefreundlich: Mit fast 67 Prozent Zustimmung liegt das Bundesland deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Brandenburg bildet mit nur rund 38 Prozent das Schlusslicht.

Was das für die Gastronomie bedeutet

Für Restaurantbetreiber ergibt sich aus der Umfrage eine klare strategische Überlegung: Atmosphäre gezielt gestalten, ohne Gäste vor den Kopf zu stoßen. Wer über kinderfreie Restaurants oder Hunde-Freundlichkeit nachdenkt, sollte das Thema nicht dem Zufall überlassen, sondern aktiv in sein Konzept einbauen.

Kinderfreie Zeiten statt starrer Regeln

Statt ein komplettes Haus dauerhaft zu einem Adult Only Restaurant zu machen, können Sie über klar definierte Zeitfenster nachdenken. Das gänge etwa ab 20 Uhr oder an bestimmten Wochentagen. So bliebe das Lokal für Familien tagsüber offen und böte Erwachsenen abends dennoch die gewünschte Ruhe. Wichtig ist dabei die Kommunikation: Ein Konzept für kinderfreie Restaurants funktioniert nur, wenn Gäste vorab wissen, was sie erwartet. Sie können sie z. B. über die Website, Reservierungsplattformen oder deutliche Hinweise in der Speisekarte informieren.

Zielgruppen gezielt ansprechen

Adults-only-Angebote lassen sich auch gut an konkrete Anlässe koppeln. Wine-Pairing-Dinners, romantische Abende zu zweit oder Lokale mit ausgeprägtem Barkonzept sind laut Umfrage die Formate, bei denen Gäste ein kinderfreies Umfeld am ehesten schätzen. Wer sein Angebot entsprechend zuschneidet, trifft am ehesten die richtige Zielgruppe.

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Haustierfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil

Auch bei Hunden im Restaurant lohnt sich eine aktive Positionierung. Wasserschalen am Eingang, der Hinweis „Hunde willkommen“ auf der Website oder Google-Business-Profil, oder ein eigener Außenbereich für Gäste mit Vierbeinern schaffen Sichtbarkeit bei einer Zielgruppe, die sich laut Umfrage über alle Generationen hinweg wachsender Beliebtheit erfreut.

Regionale Erwartungen berücksichtigen

Die Umfrage zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern, sowohl bei der Zustimmung zu Adults-only-Konzepten als auch bei der Offenheit gegenüber Hunden im Restaurant. Restaurants in Hamburg, Berlin oder Sachsen treffen mit entsprechenden Angeboten auf besonders aufgeschlossene Gäste, während in Brandenburg eine vorsichtigere Kommunikation sinnvoll sein kann.

Insgesamt zeigt sich: Ob kinderfreie Restaurants, Adults-only-Abende oder Hunde-Freundlichkeit, der Erfolg hängt weniger vom Konzept selbst ab als davon, wie klar und selbstbewusst es nach außen kommuniziert wird.

Fazit

Die Umfrage zeigt, dass sich die Erwartungen an die Gastronomie verändern. Immer mehr Gäste wünschen sich eine kuratierte Atmosphäre statt eines Angebots für alle. Das zeigt sich sowohl in der wachsenden Zustimmung zu kinderfreien Konzepten als auch in der Offenheit gegenüber Hunden im Restaurant. Für Gastronomen bedeutet das vor allem eines: Es geht nicht darum, Gäste auszuschließen, sondern das eigene Profil zu schärfen und klar zu kommunizieren, für wen und wann das Angebot gedacht ist. Wer diesen Spagat gut meistert, kann sich in einem zunehmend differenzierten Markt sichtbar positionieren.

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