Heizpilz-Debatte: Gastronomie retten vs. Klima schonen

Heizpilz-Debatte: Gastronomie retten vs. Klima schonen

Der Winter steht vor der Tür und auch die Gastronomen rüsten nach und nach ihre Außenterrasse um und bereiten sich auf die kalte Jahreszeit vor. Corona ist dabei noch immer allgegenwärtig: Die globale Pandemie hat für den stärksten Umsatzrückgang aller Zeiten in der deutschen Gastronomie gesorgt. Seit Beginn der Krise müssen immer mehr Gastronomen um ihre Existenz fürchten. Einige haben bereits Insolvenz angemeldet, andere kämpfen ums Überleben.

Für etliche Restaurants waren Außengastronomie und Terrassengeschäft die letzte Rettung, die denn auch tatsächlich viele über den Sommer gebracht hat. Doch mit bangem Blick auf die sinkenden Temperaturen in Herbst und Winter sehen einige Gastronomen jetzt erneut schwarz. Denn das Terrassengeschäft als letzter Strohhalm ist in Gefahr. Um die Nutzung von Heizpilzen und -strahlern, mit denen Wirte ihre Außengastronomie auch im Winter betreiben könnten, ist aktuell eine hitzige Debatte entbrannt.

Flickenteppich sorgt für Irritationen

Verzweifelte Gastronomen treffen auf umweltbewusste Klimawandel-Bekämpfer. Beide Seiten haben gute Argumente, so viel steht fest. Doch eine bundeseinheitliche Regelung, die allen Beteiligten Planungssicherheit geben würde, ist bislang nicht in Sicht. So sind Heizpilze und -strahler in Köln, Stuttgart und Hamburg für die Zeit zwischen November 2020 und März 2021  erlaubt. Gastronomie-Betreiber in den anderen Bundesländern hoffen inständig, dass auch für sie zeitnah positive Beschlüsse der Landesregierungen ausgesprochen werden.

Doch wieso sträuben sich Klimaschützer und Länder eigentlich so vehement gegen Heizpilze?Ein Blick auf den ökologischen Fußabdruck der künstlichen Wärmequellen ist hilfreich: Ein einziger Heizpilz kann während einer Gastronomie-Saison so viel CO2 erzeugen wie ein Kleinwagen in einem ganzen Jahr. In der Tat eine erschreckende Zahl. Doch darf man deshalb einer ganzen Branche eine ihrer letzten verbliebenen Existenzgrundlagen entziehen, die viele vor der Pleite retten würde?

DEHOGA und Politik setzen sich für Heizpilze ein

In die Diskussion um Heizpilze hat sich jetzt auch die wichtigste Interessenvertretung von Gastronomen in Deutschland eingeschaltet. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbands, erteilte einem Verbot von Heizstrahlern im ZDF Morgenmagazin eine klare Absage: “Geht nicht lass´ ich in Zeiten von Corona nicht gelten. Es geht ums Überleben!” Stattdessen fordert der Gastro-Verband eine bundesweite Aussetzung des in einigen Bundesländern geltenden Verbots von Heizstrahlern.  

Unterstützung kommt aus überraschender Richtung. Denn auch die Grünen haben Verständnis für die außergewöhnliche Situation von Gastronomen und stimmen einem Kompromiss zu: “Aus klima- und umweltpolitischen Gründen lehnen wir in Zeiten, in denen man im Restaurant oder Café im Winter ganz normal drinnen sitzen kann, den Betrieb von Heizpilzen im Außenbereich ab”, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter. “In diesem Winter ist das alles anders und daher wäre ich in dieser speziellen Ausnahmesituation und mit Blick auf den Gesundheitsschutz dafür, Verbote zeitlich befristet auszusetzen.”

Auch eine neue Initiative tritt an, um die Gastro-Branche in der kalten Jahreszeit zu unterstützen. Bei #WinterMeistern handelt es sich um eine breite Allianz aus unterschiedlichen Bereichen. Mit dabei sind neben nahezu allen relevanten Gastro-Fachmedien unter anderem auch der Leaders Club, die Jeunes Restaurateurs und der Verband der Köche Deutschlands. Die Initiative hat konkrete Forderungen an die politischen Entscheider formuliert und gibt Tipps für den Winter.

Infrarot-Heizungen und Wärmflaschen als Kompromiss?

Es gibt aber auch weitere Kompromissvorschläge. Infrarot-Strahler sind zum Beispiel kostengünstig und deutlich energieeffizienter als Heizpilze. Aber auch mit Wärmflaschen und Kuscheldecken geben sich viele Gäste zufrieden – zumindest im Herbst, wo es noch nicht ganz so kalt ist.

Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite

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