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Gastronomie

TSE-Pflicht und wo die Branche heute steht

TSE-Pflicht und wo die Branche heute steht

Seit einigen Monaten gilt in Deutschland die Kassensicherungsverordnung und damit die TSE-Pflicht für Kassensysteme. Doch wie gut ist die Branche bereits ausgerüstet und wie hat die Umstellung für Gastronomen funktioniert? Wir haben uns umgehört und betrachten die aktuelle Situation.

Übergangsfrist endet final

Am 1. Januar 2022 endet nun auch die allerletzte Übergangsfrist zur Umstellung auf die neue Kassensicherungsverordnung (KassenSichV). Der Gesetzgeber hatte den Unternehmen in der Vergangenheit mehrfach Zeit gegeben, ihre Kassen aufzurüsten und mit der verpflichtenden Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) zu versehen. Hintergrund für die eingeräumten Übergangsfristen war, dass viele Lieferanten Probleme hatten, die notwendige Hardware zu liefern oder wie bei den Cloud-TSEs eine Abnahme von der zuständigen Bundesdruckerei zu erhalten. Diese Herausforderungen gehören jetzt aber endgültig der Vergangenheit an und heute kann jeder Gastronom sich bei seinem Kassenhersteller problemlos eine TSE bestellen und einrichten lassen.

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TSE-Pflicht: Prüfungen kommen

Wer also am 1. Januar 2022 der TSE-Pflicht nicht nachgekommen ist und somit noch keine TSE in seinem Kassensystem installiert hat, muss bei Prüfungen mit empfindlichen Strafen rechnen. Ohne eine TSE wird das Finanzamt Probleme haben, die Kassenführung ordnungsgemäß einzustufen. Damit besteht für jeden Restaurantbesitzer die Gefahr, vom Finanzamt geschätzt zu werden. Hinzu kommen in der Regel Strafzahlungen, die eine Steuernachzahlung noch einmal teurer werden lassen. Da der Staat durch die Corona-Pandemie deutlich höhere Ausgaben stemmen muss, ist davon auszugehen, dass die Finanzämter künftig noch stärker prüfen werden, um die Ausgaben wieder reinzuholen. Bundesländer wie Hessen und Berlin haben bereits das Personal aufgestockt, um die Belegausgabepflicht und die TSE stärker zu kontrollieren.

Was ist mit meiner alten Kasse?

Wer noch ein ganz altes Kassensystem hat, das zwischen dem 25. November 2010 und dem 1. Januar 2020 angeschafft wurde und das nachgewiesenermaßen GoBD-konform ist, muss nicht aufrüsten, wenn das technisch nicht möglich ist. Die Nutzungsdauer ist aber bis zum 31. Dezember 2022 beschränkt. Geregelt wird das im §146a. Allerdings sollte man diese Frist nicht ausnutzen, denn man weckt beim Finanzamt damit sicherlich großen Argwohn. Alle anderen Kassensysteme müssen hingegen aufgerüstet werden.  

Das sagen die Steuerberater zur TSE-Pflicht

Fragt man die Steuerberater zu den Fortschritten bei der TSE-Umstellung und wie die Gastronomie bisher damit umgegangen ist, bekommt man oft zu hören, dass viele Unternehmen in diesem Bereich das Thema noch immer vor sich herschieben und bis dato noch keine Umstellung ihres Kassensystems vollzogen haben. Gerade viele Gastronomiebetriebe aus dem ländlichen Bereich scheinen noch abzuwarten. Ein Steuerberater sagte uns zum Beispiel: “Ich glaube, viele warten wirklich bis zum letzten Tag ab oder gehen das Risiko einer Prüfung ein.” Ähnliche Stimmen hört man von den verschiedenen Verbänden. Viele Gastronomen waren nach der Wiedereröffnung erst einmal mit anderen Themen beschäftigt und nun läuft ihnen die Zeit davon.

Welche TSE-Lösungen gibt es?

Die Auswahl der Anbieter, bei denen Kassenhersteller eine geeignete TSE-Lösung bestellen können, hat sich in den vergangenen Monaten nach und nach vergrößert. Somit ist es für Gastronomen derzeit auch recht einfach, zeitnah eine Kasse mit TSE zu erhalten. Für die meisten Systeme gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten einer TSE: Da wäre zunächst einmal die physische Hardware-TSE und zum anderen eine Cloud-TSE. Bei der physischen Lösung ist im Hauptdrucker der Kasse ein Chip verbaut, der sicherstellt, dass die relevanten Daten gespeichert werden. Der Nachteil ist hier, dass spätestens nach drei Jahren dieser Chip getauscht werden muss. Anders ist es bei der Cloud-TSE. Dort werden die Daten direkt online übermittelt und auf einem zentralen, zertifizierten Server gespeichert. Der Cloud-Anbieter stellt also immer sicher, dass diese den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen genügen.

Mit diesen Kosten muss man rechnen

Ganz vereinfacht dargestellt kauft der Kassenanbieter eine TSE bei einem zertifizierten Unternehmen ein und verkauft sie dann an den Gastronomen bzw. Kunden weiter. Der Grund dafür ist, dass es erhebliche Entwicklungskosten für die Herstellung dieser Zertifizierung gibt und der überwiegende Teil der Kassenanbieter diese Kosten gar nicht aufbringen kann oder will. Dafür gibt es eben spezialisierte Unternehmen, sodass sich der Hersteller der Kassensoftware an deren System anschließen kann. Damit einher gehen natürlich Kosten für die Anschaffung der Hardware (nur bei der physischen TSE) und dem Unterhalt der Schnittstellen bzw. der Aktualisierung der Zertifizierungen. Die Preise reichen von Einmalgebühren von bis zu 300 Euro bis hin zu einer monatlichen Gebühr von 9 Euro. Viele Software-as-a-Service-Anbieter haben diese Gebühren mittlerweile schon in ihre Preise inkludiert. 

Worauf sollte man achten?

Restaurant- und Hotelbesitzer, die bereits umgerüstet haben, brauchen eigentlich nichts mehr unternehmen. Der Großteil der Gastronomen, die sich bisher noch nicht für eine Umstellung entschieden haben, sollten jetzt allerdings zügig handeln und auf- bzw. umrüsten. Es ist davon auszugehen, dass die Finanzämter im kommenden Jahr den Druck und die Kontrollen massiv erhöhen und dann könnte es wieder zu einem Nachfrageproblem geben, wenn viele Unternehmer gleichzeitig nachrüsten wollen. Handeln Sie also noch in diesem Jahr.

 

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