Was bedeutet der Brexit für Sie als Online-Händler?

Die Entscheidung ist gefallen und die Gemüter haben sich mittlerweile wieder ein wenig beruhigt. Die Briten werden die EU verlassen. Eine Entscheidung, die überraschend kam und weitreichende Konsequenzen hat. Was bedeutet das für Sie als Online-Händler konkret? Und für das E-Commerce Business im Allgemeinen?

Die Folgen für die allgemeine europäische Wirtschaft sind natürlich einschneidend. Besonders jedoch für die Engländer selbst. Das britische Pfund erlebt den größten Kurssturz der Geschichte und Cameron spricht selbst von einem “Jahrzehnt der Ungewissheit”. Ein langwieriger Prozess der Veränderung wurde in Gang gesetzt und das große Spekulieren über die Tragweite dieser knappen Mehrheitsentscheidung hat offiziell begonnen.

Die E-Commerce Engländer

Lassen Sie uns mit dem E-Commerce Markt im Allgemeinen starten. Sollten Sie es noch nicht gewusst haben, dann wissen Sie es jetzt: Großbritannien ist der unbestrittene E-Commerce Gigant Europas und mit über 150 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr seit Jahren auf Platz eins. Tendenz steigend. Einer der Gründe dafür ist, dass der Einzelhandel sich viel früher als andere Europäische Länder nicht gegen den Online-Trend gewehrt, sondern sich daran angepasst hat. Fast alle nennenswerten E-Commerce Innovationen sind in Großbritannien geboren. Denken Sie dabei zum Beispiel an den Online Lebensmittelhandel oder Neuerungen wie Click&Collect und Same Day Delivery. Alles Konzepte, die auf dem Europäischen Festland noch in den Kinderschuhen stecken.

Großbrittanien ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Union, Deutschland die größte. Das bedeutet, dass wir unzählige Geschäftsbeziehungen mit der Insel haben, England ist unser drittwichtigster EU-Handelspartner. Das Land wird im Zuge dieser Entscheidung seine Exporte reduzieren und Importe verteuern. Kurzgesagt: britische Firmen werden an Reichweite verlieren. Nehmen Sie das in Großbritannien ansässige Amazon. Über 50% des Amazon Umsatzes wir durch Warenexport in Westeuropäische Märkte generiert. Drehen Sie den Spieß dann jedoch einmal um: öffnet das nicht neue Möglichkeiten für den Rest der EU um entstehende Hohlräume aufzufüllen? Die Antwort auf diese Frage heisst: Abwarten. Sollte das Freihandelsabkommen tatsächlich nicht aufrechterhalten werden können, dann könnten sich einige Lücken bilden, die durch neue oder bisher kleinere Spieler auf dem Markt gefüllt werden könnten.

 

Ecommerce in Europa

Was bedeutet der Brexit für Sie als Shop-Betreiber?

Wenn Sie weder Waren aus Großbritannien importieren noch dorthin versenden dann sind Sie natürlich nicht direkt betroffen. Sie könnten höchstens profitieren, nämlich falls Sie Waren anbieten, die in Ihrem Markt bisher auch oft bei Online-Shops aus Großbritannien gekauft wurden. Es sieht jedoch anders aus, sollte Großbritannien Ihr Absatzmarkt sein. Im Zuge des Brexits drohen höhere Steuern und Zölle da der barrierefreie Binnenmarkt der EU nicht mehr greift. Leider ist es dann wie so oft so: kleinere und mittelständische Online-Shops werden davon härter betroffen sein als E-Commerce Riesen.

Zu diesem Zeitpunkt sollte man dennoch Ruhe bewahren. Noch ist unklar inwiefern es den Briten gelingt das Freihandelsabkommen zu bewahren. Bevor diese grundlegenden Entscheidungen gefällt werden bleibt die Reichweite des Brexits für Online-Händler reine Spekulation.

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