Von Online zu Offline? Multichannel Überlegungen.

Wer ein Ladengeschäft hat, der kennt die Frage meist schon: “Hey solltest du das nicht auch Online machen?” Wer heute nur offline tätig ist, dem wird meist vollmundig geraten, seine Produkte doch auch ins Netz zu stellen, um so seinen Umsatz zu steigern und mehr Kundschaft zu erreichen. Im Zuge von Multichannel, also dem Verkauf über mehrere Kanäle. Ist die Frage jedoch auch andersrum berechtigt? Sollten junge Unternehmer, die ausschließlich im Netz aktiv sind, auch einen offline Kanal in Erwägung ziehen? Ein stationäres Ladengeschäft? Komplett abwegig? Vielleicht auch nicht. Wir haben 4 Argumente aufgelistet, die dafür sprechen. Gerade für Start-Ups ein interessantes und wichtiges Thema.

 

Markenbildung

 

Mit der Marke tatsächlich in Berührung zu kommen und eine Marke kennenzulernen ist online natürlich wesentlich schwieriger, als offline. Ohne direkten Kundenkontakt ist es zur Kunst geworden, dem Kunden das Gefühl von persönlicher Beratung und das Gefühl einer Firma mit echten Menschen zu vermitteln. Markenbildung, neudeutsch Branding, ist offline oft mit deutlich weniger Marketingbudget realisierbar. Wer einmal in ein Ladengeschäft hineingelaufen ist, das Logo gesehen hat, sich mit einem Mitarbeiter Unterhalten hat und ein Produkt angefasst, gerochen oder geschmeckt hat, der wird sich erinnern.

 

Blind Date

 

Der Kunde kennt Sie nicht und Sie kennen zwar das Verhalten Ihrer Kunden, aber kennen den Kunden nicht. Diese Blind-Date Situation kann bedeuten, dass Sie eine bestimmte Sorte Kunden vielleicht schon seit Jahren nicht richtig ansprechen, oder gar nicht. Was, wenn Sie plötzlich feststellen, dass viele Senioren begeistert ihr Geschäft betreten, Sie sich aber in Ihren Anzeigen und Kampagnen nur auf junge Familien richten? Aus solchen Erkenntnissen können sie bares Geld machen. Sie können Ihre Werbetexte anpassen, zusätzliche Kampagnen schalten oder zum Beispiel Ihre Produkt Texte größer oder kleiner schreiben. Kurzum, Sie sollten nicht nur denken Ihren Kunden zu kennen, Sie sollten ihn tatsächlich kennenlernen.

 

Testen ist möglich

 

Horrorvisionen von langjährigen Mietverträgen und ausbleibender Kundschaft? Anno 2015 kein Problem mehr. In sogenannten Pop-Up Stores können sogar Mietverträge von nur einer Woche oder einem Monat unterschrieben werden. So können Sie diverse Standorte testen ohne sich damit in Unkosten zu stürzen. Und sollten Sie sich doch länger einmieten wollen, dann ist das oft an guten Standorten möglich dank des Leerstandes, der in den meisten Größeren Städten herrscht. Kein Grund also, sich vor dem Ladengeschäft zu fürchten.

 

Glaubwürdigkeit

 

Jeder bewehrt im Internet, dass er echtes Handwerk, liebevolle Produktion oder Hochwertigkeit verkauft. Wenn Sie das tatsächlich tun und die Wahrheit sprechen, dann werden Sie wissen, wie schwierig es ist, das den Kunden glaubhaft zu machen. Fotos und Texte liefern nie einen wasserfesten Beweis. Mit einem Flagship Store oder Pop-Up Store geben Sie Ihren Kunden dann die Chance, das auch zu erfahren. Lassen Sie sie die Produkte anfassen, schmecken, riechen und sehen.  Was Sie damit kreieren sind nicht nur überzeugte Kunden, die in Ihrem Geschäft waren. Sie setzen damit das wertvollste alle Marketing Phänomene in Gang: Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn die Kunden Ihren Laden zufrieden, beeindruckt oder überzeugt verlassen, werden Sie darüber sprechen. Und was wiegt schwerer, als der Tipp von jemandem, den man kennt oder dem man vertraut? Und auf diesem persönlichen Weg erreichen Sie auch ein paar Romantiker, die nicht glauben, dass das Internet etwas für sie ist, sondern bei echten Personen in echten Läden stehen wollen. Oft gilt, dass man sich, sobald man sich offline überzeugt hat, dass alles Koscher ist, traut das Produkt ab dann online zu bestellen.

 

Logisch, dass dies nicht für alle Online Händler interessant ist, aber gerade und vor Allem für Start-Ups, ist es eine Überlegung wert. Vertrauen ist das A & O, und zu “glauben was man sieht” und sich “mit eigenen Augen überzeugen wollen”, sitzt tief in uns und unseren Kunden verankert. Verständlich eigentlich, oder? Sogar eBay und Amazon haben in 2012 und 2014 kurzfristige Ladengeschäfte gemietet, wo sie sich Ihren Kunden persönlich präsentiert haben. Haben Sie in diesem Bereich schon Erfahrungen gesammelt? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

Kathrin Beck

Kathrin Beck

Kathrin Beck ist Content Specialist bei Lightspeed, und für das DACH Gebiet zuständig. Sie ist seit 7 Jahren im Online Marketing Bereich tätig und hat sich nach fast 5 Jahren SEO in Richtung Content Marketing orientiert. Sie schreibt über E-Commerce und informiert Lightspeed Kunden auch regelmäßig über Neuigkeiten über die Lightspeed Produkte.