Internationaler Handel in der Praxis: Daniel Jola und 5-toes.com

Im vergangenen Monat haben wir das Thema Internationalisierung in mehreren Artikeln besprochen, diesen Monat steht das Thema internationaler Handel auf der Liste. Der Fokus lag dabei auf allgemeinen Herausforderungen, die man meistern muss, sowie auf Tipps, um in unseren Nachbarländern Frankreich, der Schweiz und Österreich erfolgreich zu sein. Für diesen letzten Artikel der Serie haben wir einen Händler interviewed, der die Theorie in die Praxis umgesetzt hat: Daniel Jola. Mit seinem Shop 5-toes.com ist er in der DACH Region, aber auch z.B. in der Türkei oder Rumänien erfolgreich und verkauft seine Produkte sogar an Generalkonsule und berühmte Schauspieler.

Doch zunächst einmal noch einige Zahlen. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie hat ergeben, dass Deutschland neben den USA und Großbritannien eines der beliebtesten Länder für Onlineshopping außerhalb des eigenen Landes ist. Rund 40% der Teilnehmer gaben an, bereits im Ausland bestellt zu haben. Die Deutschen liegen bei der gleichen Frage mit 24% weit darunter.

Die Befragten gaben außerdem die ihrer Meinung nach größten Hindernisse im grenzüberschreitenden Handel an: Hohe Versandkosten für Pakete ins Ausland (68%) und zusätzliche Kosten wie Zoll oder Steuern (58%). Konsumenten beklagten außerdem die langen Wartezeiten für die Auslieferung (42%). Ein weiterer Punkt, der mit Sicherheit auch für deutsche Konsumenten eine große Rolle spielt, ist Datenschutz und Angst vor Betrügern. Weniger als die Hälfte der Befragten gaben an, dass der Einkauf im Ausland sicher sei (46%).

Lieferzeiten und -kosten können Onlinehändler kaum beeinflussen, ohne auf den Kosten sitzen zu bleiben. Auch Zoll und Steuern sind nicht zu umgehen. Anders ist dies hingegen bei Datenschutz und Sicherheit. Händler können ihren Kunden mit Gütesiegeln und sicher verschlüsselter Datenübertragung die Angst betrogen zu werden zumindest ein bisschen nehmen. Händler können sich auf der anderen Seite mit Bezahlung vor Versenden der Ware absichern.

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5-toes.com

Auch Daniel Jola hat dies erkannt und hat seinen Onlineshop 5-toes.com von Trusted Shops zertifizieren lassen. Das Gütesiegel ist über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und vermittelt Kunden ein Gefühl von Sicherheit.

Das Produkt

Internationaler handel

Daniel Jola erfüllt eine Voraussetzung für einen erfolgreichen (internationalen) Onlineshop: Er bietet in seinem Shop ein Nischenprodukt, das es auch in anderen Ländern nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt – Zehensocken in jeder erdenklichen Ausführung. Die Produktpalette reicht von Zehensocken als Ersatz für die üblichen täglich genutzten Socken, über Nylonstrumpfhosen und -strümpfe, Pilates und Yoga Socken bis hin zu Sandalen und den etwas ausgefalleneren Latex Socken – alles sowohl für Frauen als auch für Männer.

Die ToeSox Pilates und Yoga Zehensocken kommen aus den USA, wo Daniel Jola sie auch direkt beim Hersteller bestellt und damit der erste Ansprechpartner für ToeSox Produkte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein ist. Da die ToeSox wahlweise mit Antirutschnoppen ausgestattet sind, sind sie hervorragend für Tanz- und Kapfsport, sowie Pilates, Yoga und andere Indoor Sportarten geeignet. Die Zehen-Nylonstrumpfhosen werden in Japan hergestellt und sind laut Daniel Jola robuster als übliche Nylonstrumpfhosen.

Internationaler Handel

Schon Daniel Jola selbst bestellt also im Ausland und erlebt den internationalen Handel somit von beiden Seiten. Zum einen muss er selbst von der Bestellung in den USA oder Japan bis zur Lieferung ein bis zwei Wochen warten. Zum anderen muss er auch darauf achten, dass er bei der Einfuhr nach Deutschland nicht zu viel Zollgebühren bezahlen muss. Darum bestellt er meist nur bis zu einem Warenwert von 150 €, da er ansonsten neben der Mehrwertsteuer noch zusätzliche Einfuhrsteuern bezahlen, die er wiederrum auf den Endpreis für den Kunden aufschlagen müsste.

Einige Abenteuer bei der Bestellung hat Daniel Jola auch schon erlebt. Erinnern Sie sich an den Ausbruch des unaussprechlichen isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, der den europäischen Flugverkehr weitestgehend lahm legte? Auch 5-toes war davon betroffen: Einige Frachtflüge mussten gecancelled werden, darunter auch eines, das bereits geladen war und eine Lieferung für 5-toes enthielt, die anschließend im Niemandsland verschwand.

Die Lagerung

Seine Produkte lagert Daniel Jola in 250 Schubladen. Er möchte sein Lager nicht unnötig groß werden lassen, da die Produkte ja auch verkauft werden müssen. Gerade wartet er auf eine Bestellung von 1.300 Paar Stümpfen, für die Bestellungen bereits eingegangen sind, und die er auch in seinem Stand auf dem Weihnachtsmarkt verkauft.

Der Versand zum Kunden

Nicht nur Kunden aus der DACH Region und Liechtenstein bestellen bei 5-toes. Daniel Jola hat auch schon an Kunden aus der Türkei, Belgien, den Niederlanden oder Rumänien geliefert. Außerdem bestellte ein asiatisches Generalkonsulat bei ihm, die deutsche Constantin Film Production und ein bekannter schweizer Musiker.

Seinen Onlineshop bietet Daniel Jola allerdings nur auf Deutsch an. Mit Kunden und Herstellern, die kein Deutsch sprechen, kommuniziert er auf Englisch. Dank der Hilfe von Google Translate sind ab und zu auch schon einmal lustige Unterhaltungen dabei – verstehen tun sich Daniel Jola und sein Gegenüber aber immer.

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Doch was kommt auf einen Händler zu, wenn er auch ins Ausland liefert? Die Lieferung ins europäische Ausland verläuft wie auch eine Lieferung innerhalb Deutschlands und wird versichert mit DHL verschickt. So entstehen zwar etwas höhere Versandkosten, doch gerade für die rund 30 Pilates Studios, die bei Daniel Jola bestellen, um die ToeSox an ihre eigenen Kunden zu verkaufen, ist dies wichtig. Wenn die Sendung nicht versichert wäre und verloren ginge, müsste ja dennoch jemand für die Kosten aufkommen.

Da Daniel Jola das Glück hat, kurz vor der schweizer Grenze zu wohnen, verschickt er Pakete an schweizer Kunden direkt mit der schweizer Post. Allerdings ist hier als nicht-EU-Ausland die Zollabwicklung etwas komplizierter. Solange der Warenwert die 50 CHF nicht überschreitet, bekommt Daniel Jola vom schweizer Zoll einfach einen Stempel, allerdings muss er zwischen schweizer und deutschem Zoll hin und her laufen, um die nötigen Ausfuhrpapiere absegnen zu lassen.

Die Unterschiede

Gerade zwischen der Schweiz und Deutschland gibt es – gegenüber anderem EU Ausland – einige Unterschiede, die zu beachten sind. Zum einen wurde in der Schweiz vor kurzem eine Gesetzesinitiative zum 14-tägigen Rückgaberecht gekippt. Das heißt, Kunden in der Schweiz haben im Gegensatz zu EU-Kunden kein Recht darauf, die Produkte 14 Tage lang ohne Angabe von Gründen zurück zu geben. Um Retouren allgemein zu vermeiden, nutzt Daniel Jola Vorauskasse als Bezahlmethode. So überlegen sich Kunden vor Bestellabschluss genauer, ob sie wirklich bestellen möchten. Da die Socken ein Hygieneprodukt sind, können Sie nach Öffnen der Packung von vorneherein nicht mehr zurück geschickt werden.

Unterschiede bei den Kunden zeigen sich hauptsächlich darin, dass in Deutschland häufiger Zehensocken gekauft werden, wohingegen in der Schweiz auch viele Nylonstrümpfe gekauft werden. Erklären tut sich Daniel Jola das damit, dass die Deutschen doch eher konservativ sind und sich an die Nylonstrumpfhosen noch nicht so richtig herantrauen.

Das Fazit

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Daniel Jola zieht ein positives Fazit aus seiner internationalen Handelstätigkeit. Außer den Zollbescheinigungen hat er kaum mehr Aufwand, als wenn er nur in Deutschland verkaufen würde. Durch die internationale Ausrichtung erreicht er aber natürlich eine viel größere Zielgruppe. Und die Bestellungen aus dem Ausland versichern Daniel Jola immer wieder, dass es das richtige war, seinen Onlineshop zu eröffnen.

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