Haben Sie schon mal überlegt Ihre Produkte in Frankreich zu verkaufen?

Frankreich ist nicht nur ein schönes Land, wo es guten Wein und leckeres Essen gibt, sondern auch seit langer Zeit Deutschlands wichtigster Handelspartner. Das Land beweist sich mit seiner stabilen wirtschaftlichen und politischen Lage als ein attraktiver Absatzmarkt für Deutschland und bietet somit viele Möglichkeiten für internationale Händler. Ein großer Vorteil für Deutsche Onlinehändler, die planen ihre Produkte in Frankreich zu verkaufen, ist zum einen die starke Kaufkraft der französischen Bevölkerung und zum anderen das Ansehen der qualitativ hochwertigen Produkte und zuverlässigen Dienstleistungen aus Deutschland.

Frankreich: Eine der 3 eCommerce Mächte Europas

Laut Ecommerce Europa ist Frankreich nach dem Vereinigten Königreich und Deutschland der dritt-größte eCommerce Markt in Europa. Zusammen nehmen die drei Länder 60,9% Marktanteil des B2C eCommerce Marktes in Europa ein. Frankreich allein hat einen Marktanteil von 14,4%. 2013 gab es mehr als 600 Millionen online Einkäufe in Frankreich mit einem Gesamtwert von €51,1 Milliarden (+13,5% zum Vorjahr). Nach Angaben der Fevad (Fédération e-commerce et vente à distance) haben im Jahr 2013 33,8 Millionen, also 60% aller Menschen in Frankreich, online eingekauft. Das Angebot an verkaufsorientierten B2C Internetseiten steigt jährlich an; so waren 2013 138,000 Onlineshops in Frankreich aktiv, ein Anstieg von 17% zum vorigen Jahr.

 

Interkulturelle Besonderheiten in Frankreich

Francois-Xavier d’Aligny von der Deutsch-Französischen Industrie-und Handelskammer sagt: „Mentalitätsunterschiede gibt es, Gott sei Dank, zwischen allen Kulturen. Sie zu pflegen und zu respektieren ist nicht nur eine philosophische Frage, sondern hat viele Vorteile im geschäftlichen Leben.“

Es ist allgemein bekannt, dass es große kulturelle Unterschiede innerhalb Europas gibt. Obwohl Deutschland und Frankreich als Handelspartner sehr voneinander profitieren, rückt manchmal in den Hintergrund, was für unterschiedliche Kulturen beide Länder haben und wie wichtig ein Verständnis füreinander ist um Geschäftsbeziehungen zu pflegen. Ein Unterschied ist zum Beispiel, dass französische Geschäftsleute danach streben langfristige und persönlich Beziehungen aufzubauen, welche auf gegenseitigem Vertrauen beruhen. Deutsche hingegen sind stärker sachorientiert und trennen gerne zwischen Berufs- und Privatleben.

Umgangsweisen im Vergleich

  • Deutsche kommunizieren explizit oder direkt, Franzosen eher implizit oder indirekt: Im Gegensatz zum Deutschen, sagt der Franzose nicht immer unbedingt genau das, was er denkt. Unter Franzosen wird dies als eine Form der Höflichkeit angesehen.
  • Franzosen pflegen das Gespräch und versuchen mit Humor und sprachlicher Finesse zu überzeugen. Ein klares „nein“ wirkt auf Franzosen unhöflich und unfreundlich.
  • Meetings fangen normalerweise 5-10 Minuten später an als geplant. „Le quart d’heure de politesse“ besagt, dass es sogar als Höflichkeit angesehen wird, 15 Minuten zu spät zu einem Meeting zu erscheinen. In Deutschland hingegen ist Pünktlichkeit und die Einhaltung von Terminen extrem wichtig.

Dies sind nur ein paar kulturelle Aspekte, auf die Sie achten sollten, wenn Sie Geschäftspartner oder Kunden in Frankreich haben. Die Deutsch-Französischen Industrie-und Handelskammer verrät Ihnen mehr für über die Beziehungen zwischen den Deutschen und Franzosen.

Parlez-vous français?

Das Loi Toubon Gesetz zur Anwendung der Französischen Sprache dient in erster Linie dazu, französische Verbraucher zu schützen und den Gebrauch der französischen Sprache zu fördern. Nach dem Gesetz ist Pflicht, alle Produktbeschreibungen, Bezeichnungen, Garantiezusagen, Werbung etc. in französischer Sprache zu halten, wenn Sie sich an Französische Endverbraucher richten. Durch die Anwendung dieses Gesetzes werden viele englische Internetbegriffe, die selbst in Deutschland gang und gäbe sind, in Frankreich nicht übernommen. Hier ein paar Beispiele:

  • „L’ordinateur“ anstatt Computer
  • „le couriel“ anstatt E-Mail
  • „le logiciel“ anstatt Software
  • „en ligne“ anstatt online

Zahlungsweisen in Frankreich

Im Allgemeinen ist die Kreditkarte das meist bevorzugte online-Zahlungsmittel in Frankreich. Die beliebteste Zahlungsmethode ist die „Carte Bleue“, meistens Visa, gefolgt von MasterCard, American Express und PayPal. Die Verwendung von traditionellen Zahlungsmitteln wie „Cheques“ ist sogar noch relativ üblich unter den Franzosen. Franzosen sind eher bedenklich und vorsichtig, wenn es um neue, moderne online-Zahlungsweisen geht. Laut BITCOM ist unter den Deutschen hingegen das beliebteste Zahlungsmittel „Kauf auf Rechnung“, gefolgt von Online-Bezahldiensten wie Paypal. Nur rund ein Drittel bezahlt mit Kreditkarte.

Weitere Tipps für Ihren Onlineshop in Frankreich:

  • Textseiten müssen im fehlerfreien Französisch geschrieben sein. Franzosen sind stolz auf ihre eigene Sprache und es entsteht mehr Vertrauen durch eine erstklassige Übersetzung.
  • Die Möglichkeit mit Kreditkarte zu bezahlen muss angeboten werden, wenn möglich durch eine Französische Bank. CIC p@iement ist eine sichere online-Zahlungsmethode aus Frankreich, die bei SEOshop bereits integriert ist.
  • Die „Über Uns“ Kategorie sollte informativ und schön formuliert sein. Franzosen möchten gerne wissen, wo sie Produkte kaufen. Wie schon erwähnt, kann eine deutsche Firma einen guten Eindruck auf Franzosen machen.
  • Nach französischem Gesetz, muss der Kunde die Möglichkeit haben Produkte innerhalb von 14 Tagen zurückzugeben. Der Kunde muss wiederum innerhalb von 14 Tagen nach der Zurückgabe des Produktes das Geld zurückerstattet bekommen.
  • Viele Onlineshops bieten dort kostenlosen Versand an oder zumindest ab einem Bestellwert um die 30 oder 40 Euro.

Unser Partner IT Recht Kanzlei hat einige wissenswerte Fakten zu Rechtstexten wie Impressum und Datenschutzerklärung für Deutsche Onlinehändler, die Waren nach Frankreich vertreiben, zusammengefasst. Informieren Sie sich genauer hier: AGB für Onlineshop in Frankreich.

… en fin

Frankreich ist ein Land, welches viele Investitionsmöglichkeiten für Deutsche Onlinehändler bieten kann. eCommerce spielt eine immer größere Rolle für das internationale B2C Geschäft und so steigt auch kontinuierlich die Anzahl der französischen Onlineshops. Dies bedeutet für Sie als Onlinehändler zum einen zwar steigende Konkurrenz, zum anderen aber auch Perspektiven in Hinsicht auf internationalen Wachstum für Ihr Business. Produkte und Dienstleistungen aus Deutschland haben einen guten Ruf in Frankreich. Sie sollten Frankreich als Partnermarkt jedoch sorgfältig studieren und sich über kulturelle und sprachliche Aspekte sowie wichtige rechtliche Regelungen und Bestimmungen für den Onlinehandel in Frankreich informieren. Gegebenenfalls können Sie sich professionelle Unterstützung holen und mit einem französischen Partner kooperieren, der sich gezielt mit dem Markt und den Gegebenheiten in Frankreich auskennt.